Mittwoch, 28. Januar 2026

ROLAND HEBESBERGER - Kripo Nordsee "Niederträchtiges Sylt"

Nach Band 1 der Reihe Kripo Nordsee geht es von Borkum mit Band 2 nach Sylt

Beim traditionellen Biikebrennen schlagen die Flammen bis in den Sylter Nachthimmel – Sinnbild für Reinigung und Neubeginn. Doch als im Feuer verkohlte Leichen gefunden werden, brennt weit mehr als nur Holz: Die perfekte Fassade der Insel beginnt zu zerfallen.

Für Hauptkommissar Lasse Klaasen wird der Fall zu einem Abstieg in seine eigene Vergangenheit. Die Symbole auf den Körpern der Opfer hat er schon einmal gesehen – an seiner Mutter, als man sie tot fand. Seine Spur führt zu einem uralten Orden, der im Schatten Sylts operiert.

Auch seine Partnerin Hanna Janssen wird nach Sylt gezogen. Ein tödliches Geheimnis zwingt sie dazu, im Verborgenen zu ermitteln – getrennt von Lasse und doch unwissentlich am selben Fall. Beide merken nicht, wie eng ihre dunklen Vergangenheiten miteinander verwoben sind.

Schon bald erkennen sie: Hinter der friedlichen Inselfassade lauert eine Macht, älter und grausamer, als sie es sich vorstellen können. Auf Sylt trägt jeder eine Maske. Hinter jedem Lächeln verbirgt sich Verrat. Und wer redet, wird im Feuer ›gereinigt‹.

Zwischen Sturm und Salzwind, Schuld und Vergeltung kämpfen Hanna und Lasse nicht nur um die Wahrheit – sondern ums nackte Überleben auf einer Insel, auf der Vertrauen tödlich enden kann.

Ein atmosphärisch dichter Küstenkrimi, düster, emotional und unvergesslich – denn das wahre Monster steht manchmal direkt neben dir. 

Wenn du wissen möchtest um was es sich bei Biikebrennen (dass doppelte i ist im Übrigen kein Schreibfehler, es heißt wirklich so) handelt, dann klicke auf den Link.


 
 
 
PROLOG
Wattenmeer Kampen, Sylt, Samstag, 19.02.1994

Der Wind schnitt wie Rasierklingen über das leere Watt.
Schwarze Wolken hingen tief über dem Horizont. Die Nacht war
gnadenlos still, abgesehen vom leisen Schlurfen nackter Füße
über nassen Schlick. Anke Klaasen taumelte durch die
Dunkelheit. Jeder Schritt war eine Qual. Die Beine gehorchten
ihr kaum noch, die Gelenke brannten. Sie war nackt und
zitterte. Die Kälte hatte längst jede Körperregion für sich
eingenommen. Dennoch peitschte der Wind über ihre Haut, als
wollte er sie wegpusten, noch bevor das Wasser sie auslöschen
konnte. Ihre Gedanken waren vernebelt. Woher war sie
gekommen? Das wusste sie nicht mehr so genau. Nur dass sie
entkommen war. Irgendwo hinter ihr lag das Versteck, aus dem
sie geflohen war. Die Erinnerung war ein Nebel aus Schmerz.
Sie stolperte, fiel auf die Knie und sackte in den Schlick, der
sich anfühlte wie nasser Beton. Ihr Atem ging stoßweise. Die
Lunge zog sich zusammen wie ein verbranntes Blatt Papier.
Anke hob den Kopf. Die Wolken hatten alles verschluckt. Keine
Sterne. Kein Mond. Nur sie. Allein im Nichts. Die Orientierung
fiel ihr schwer. Sie suchte nach einem Licht an der Küste.
Einem Tosen der Brandung. Einem Ruf. Irgendetwas. Aber das
Watt war eine Endlosigkeit aus Leere und Dunkelheit. Die
Wasserläufe hatten sich längst geändert. Außerdem wartete
dort draußen irgendwo die Flut. Noch war sie nicht da. Aber es
würde nicht mehr lange dauern.

Ankes Finger berührten ihre Haut. Da war dieses Brennen.
Nicht von der Kälte, nicht vom Salz. Es war etwas anderes. Sie
musterte ihren Körper. Das schwache Licht reichte nicht aus,
außerdem war ihr Blick verschwommen. Aber sie konnte es
ertasten. Spüren! Die Zeichen. Überall. Eingeritzt auf ihrer
Haut. Mit Nadeln oder Messern? Das wusste Anke nicht mehr.
Es war egal, wo sie ihre Finger über den kalten nackten Körper
gleiten ließ. Dieses Zeichen befand sich überall. Gedanklich
versuchte sie, sich das Symbol vorzustellen. Ihre Konzentration
war einzig und allein auf das gerichtet, was sie unter ihren
Fingerspitzen fühlte. Zwei überkreuzte Schlüssel. Wie ein X,
verbunden durch einen durchtrennten Kreis. Darunter eine
waagerechte Linie. Aus dieser fielen drei Tropfen nach unten.
Blutstropfen? Oder waren es doch Tränen? Anke schluchzte.
Aber ihre Augen blieben trocken. Ihr Körper hatte längst
aufgehört zu reagieren, wie er sollte. Kein Zittern mehr. Die
Kälte wurde zu einem stillen Freund. Einem, der sie nahm, wie
sie war.

Was habe ich nur falsch gemacht, dachte sie. Habe ich die
Grenzen überschritten? Ich wollte ihn doch nur schützen!
Was genau passiert war, konnte sie nicht mehr sagen. Die
Drogen, die durch ihre Blutbahnen wanderten, trübten ihre
Sinne und die Erinnerungen. War das hier überhaupt die
Realität? Diese Frage konnte sie nicht beantworten. Das, was
blieb, waren das dunkle Herz des Wattenmeers und der
Schmerz. Ihr Körper sackte zusammen, die Kraft ließ nach. Es
war ihr nicht mehr möglich, weitere Schritte zu setzen. Ihre
Knie versanken im Wasser. Sie drehte sich zur Seite und
landete mit dem Rücken im Watt, das Gesicht noch oberhalb
des Wasserspiegels. Die Luft drang weiterhin in ihre brennende
Lunge und der dunkle Himmel über ihr schien sich zu neigen.
Der Schlick saugte ihre Glieder ein, als wolle er sie
verschlingen. Dann kam eine Erinnerung. Klar und deutlich.
Kein Fiebertraum, wie sich der Rest anfühlte.

Lasse!

Sein Gesicht. Acht Jahre alt. Braune wuschelige Haare. Diese
großen neugierigen dunklen Augen. Er hatte sie Mama-
Leuchtturm genannt. Weil sie ihn immer fand, wenn er auf Sylt
verstecken spielte. Sie würde ihn nie wiederfinden. Aber er
würde nach ihr suchen, wie er es immer getan hatte, wenn sie
sich versteckt hatte. Der arme kleine Junge. Niemals wieder
könnte sie Lasse in die Arme nehmen. Ihm Liebe schenken.
Ohne Mutter müsste er aufwachsen, und das nur, weil sie einen
großen Fehler gemacht hatte.

»Es tut mir leid«, flüsterte sie. Ihre Stimme war brüchig,
kaum lauter als der Wind. »Es tut mir so leid, Lasse … ich
wollte doch nur … ich …«

Die Worte versickerten, anders als das Wasser, das sich um
sie herum ausbreitete. Die Flut kam. Scheinbar aus dem
Nichts. Innerhalb eines kurzen Moments. Erst wie ein Wispern,
dann wie ein Atem und schließlich wie ein Schlag. Kalte
Wasserschübe krochen über ihre Beine, umspülten ihre Hüfte.
Zogen an ihr. Das Watt verwandelte sich in eine träge
steigende See. Kein Entkommen mehr. Mit letzter Kraft hob
Anke ein allerletztes Mal ihren Kopf. Befreite sich vom Wasser,
das sie umgab, und holte nochmals Luft. Sie schaute in den
Himmel, als wäre dort etwas, das sie auffangen konnte. Ein
letzter Blick auf diese Welt. Aber da war nichts. Nur Dunkelheit.
Sie war verloren. Ihre Finger krallten sich in den Schlick. Die
Zeichen auf ihrem Körper pochten jetzt stärker. Niemals hätte
Anke das Schweigen brechen dürfen.

Ich habe es für dich getan, mein Liebling, dachte sie.
Der letzte Moment kam. Es war unausweichlich. Noch ein
Gedanke. Klar, wie eine Stimme in der Stille:
Lasse. Bitte verzeih mir.

Der dunkle Nachthimmel verschwand wie die Schmerzen, die
Gedanken und Ankes Wahrnehmung. Um sie herum war nur
noch Wasser.
 
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Die Vernehmung
 

 
Pontem Code



Das Flutprotokoll


Die Gruppe der Acht


Red Eagle




Red Bird



The Backdoor Link




The Backup Link





The Unknown Link

Abzweigungen




Aurum: P.I.K.E




Der Zuschauer




Der unbekannte Künstler

 



Der Fädenzieher
 
 
 
 
 



Der Soldat
 
 




Kripo Nordsee
"Hasserfülltes Borkum"

 
 
 


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Daten und Informationen über Roland Hebesberger:


geboren 1986 in Tamsweg

Kindheitstraum – Drehbuchautor, Schriftsteller

Im Jahre 2000 begann er damit „Fanfictions“ von der Serie Stargate SG-1 zu schreiben. Es wurden 10 Staffeln mit je 22 Folgen daraus. 

2004 entwickelte er seine selbst erfundene „virtuelle Serie“ namens Teen Agent mit 3 Staffeln je 22 Folgen. Beide Serien hatten ihre Heimat zuerst ein „VTV – Virtuelle Television“ 

und dann ab 2004 auch noch bei „DTV – Deutsche virtuelle Television“.

Beide Serien räumten einige „Awards“ ab! Aus den ersten 10 Folgen von Teen Agent wurde eine Hörspielreihe gemacht, die noch immer auf YouTube abrufbar ist. Auch bei anderen sehr erfolgreichen „virtuellen Serien“ war er oft Gastautor für einige Episoden. Es folgten die ersten Versuche ein Buch zu schreiben, die aber noch scheiterten.

Nach einer längeren Schaffenspause (2006-2019), wobei er immer dem Schreiben in anderer Tätigkeit treu blieb, entschied er sich Anfang 2019 einen neuen Versuch zu starten und verfasste "Abzweigungen - Cornell Rohde", welches am 6.12.2019 veröffentlicht wurde und am 01.04.2021 mit "Kreuzungen - Cornell Rohde" fortgesetzt wurde. Am 01.07.2020 erschien sein zweiter actiongeladener Thriller "Red Bird - Ava Canary" - die Fortsetzung kam am 31.08.2021 mit dem Roman "Red Eagle - Ava Canary" auf den Markt. Der dritte Thriller innerhalb eines Jahres erschien am 01.12.2020 unter den Namen "The Backdoor Link - Cyberella". Auch weitere Bücher sind inzwischen erschienen, siehe gerne die obige Aufstellung.

 

 


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