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* Erzähl meinen Leserinnen und Lesern doch mal, wie dein Leben als Autor so aussieht und wie du zum Schreiben gekommen bist. Ansonsten weist dein Lebensweg ja zahlreiche Wendungen auf. Gibt es auf diesem Weg etwas, was du im Nachhinein anders machen würdest?
Mein Alltag als Autor sieht wahrscheinlich unspektakulärer aus, als viele denken – aber genau daraus entstehen die Geschichten. Nach dem Frühstück geht es meistens entweder direkt an den Laptop oder in die Fachbücher. Gerade für „Tinte und Schwert“ muss ich ständig recherchieren. Waffen, Kleidung, Märsche, Sprache, Alltag, politische Zusammenhänge – ich tauche immer wieder tief in die frühe Neuzeit ein, damit sich die Welt glaubwürdig anfühlt.
Dazwischen laufen natürlich auch die ganz normalen Dinge des Lebens. Lesungen organisieren, Messen besuchen, mit Lesern und Buchbloggern kommunizieren, Social Media, Planung und oft auch schlicht Papierkram.
Ein wichtiger Teil ist außerdem meine historische Gruppe. Dort bin ich regelmäßig als „Musketier“ unterwegs. Das hilft enorm, ein Gefühl für die Zeit zu bekommen.
Zwischendurch geht’s mit dem Hund raus – das ist oft der Moment, in dem neue Ideen entstehen oder sich Probleme in einer Szene plötzlich lösen.
Die Abende gehören meiner Frau. Aber ganz abschalten kann ich selten. Auf meinem Nachttisch liegt immer ein Schreibblock bereit, weil manche Ideen ausgerechnet nachts auftauchen. Wenn ich sie nicht sofort notiere, sind sie am Morgen meistens verschwunden.
Wie ich zum Schreiben gekommen bin: Vor etwas mehr als zehn Jahren hatte ich plötzlich den starken Wunsch, ein Buch zu schreiben. Es war fast wie eine Eingebung. Ich dachte damals, das wäre einfach. Die Grundidee war schnell da und ich fing sofort an zu schreiben. Doch nach sechzig Seiten kam die harte Erkenntnis: Ich hatte komplett die Kontrolle über die Geschichte verloren. Die Figuren liefen auseinander, der Spannungsbogen funktionierte nicht und ich blickte selbst kaum noch durch. Da wurde mir klar, dass Schreiben eben nicht nur Kreativität ist, sondern auch Handwerk.
Also absolvierte ich ein zweijähriges Fernstudium im Fach Belletristik. Dort lernte ich das eigentliche Rüstzeug: Spannungsaufbau, Figurenentwicklung, Perspektiven, Dialoge, Tempo, Beschleunigung und Verzögerung. Erst danach konnte ich wirklich loslegen.
Mein erster Roman war der Thriller „Herzschlag der Gewalt“. Darin wird ein Frachtpilot zum Geheimagenten. Die Idee entstand aus meinem eigenen Leben, denn ich war selbst viele Jahre als Frachtpilot unterwegs. Dadurch wurde die Geschichte sehr authentisch.
Und ja – mein Lebensweg hatte viele Wendungen. Ich war KFZ-Mechaniker, Zeitsoldat und Fahrlehrer bei der Bundeswehr. Später machte ich in der Abendschule den Abschluss zum Bürokaufmann, weil ich mich nach der Bundeswehr selbstständig machen wollte. Zum Glück hat das nicht geklappt. Nach der Armee wurde ich Verkehrspilot – und das war für mich der Jackpot. Fast dreißig Jahre lang saß ich im Cockpit.
Dann kam die nächste große Wendung: das Schreiben.
Rückblickend bereue ich keine dieser Stationen. Auch die Umwege nicht. Wahrscheinlich wären meine Bücher ohne sie deutlich ärmer geworden.
* Das erste Buch, das ich von dir auf meinem Blog vorgestellt und es dann auch gelesen habe, war Tinte und Schwert "Verwandlung". Mit diesem Buch hast du dich ja um ersten Mal auf das Gebiet des Historischen Romans begeben. Hattest du schon länger die Idee dazu und wie kam es dazu?
Matthias Soeder
Die Idee zu „Tinte und Schwert“ kam nicht plötzlich. Schon lange interessiere ich mich für die Frühe Neuzeit, besonders aber der Dreißigjährige Krieg und der Wahnsinn der Hexenverfolgungen. Mich fasziniert diese Zeit, weil vor 400 Jahren vieles extrem war: Hunger, Krieg, Angst, religiöser Fanatismus und Machtkämpfe. Und trotzdem mussten die Menschen ihren Alltag leben, lieben, hoffen und überleben.
Auch in meinen früheren Thrillern tauchte diese Faszination bereits auf. In meinem Zweiteiler „Herzschlag des Bösen“, der im Jahr 2014 spielt, glaubt der psychopathische Antagonist, sich an ein früheres Leben im 17. Jahrhundert zu erinnern. Rückblickend war das wahrscheinlich schon ein erster Schritt in Richtung historischer Roman.
Irgendwann entstand dann die Idee, meine beiden großen Leidenschaften zusammenzuführen: das Schreiben spannender Thriller und die Welt des Dreißigjährigen Krieges.
Genau daraus entstand schließlich „Tinte und Schwert“.
Mir war dabei wichtig, keinen „trockenen Geschichtsroman“ zu schreiben, sondern eine Geschichte mit Spannung, Tempo, moralischen Konflikten und Figuren, die für den Leser emotional erlebbar werden. In „Tinte und Schwert“ steckt zwar unglaublich viel historische Recherche – aber im Kern ist es immer noch ein Thriller. Nur eben vor der vielleicht dunkelsten Kulisse deutscher Geschichte.
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* Ich kann mir kaum vorstellen, wie umfangreich die Recherchearbeiten dazu ausgesehen haben. Kannst du uns ein wenig davon berichten? Sind einige der Protagonisten eigentlich reale Persönlichkeiten und wie bist du auf sie gestoßen?
Matthias Soeder
Die Recherche für „Tinte und Schwert“ war tatsächlich enorm aufwendig. Bevor ich überhaupt richtig mit dem Schreiben begonnen habe, steckten bereits zwei Jahre intensive Vorbereitung darin. Ich habe Fachbücher gelesen, akademische und wissenschaftliche Arbeiten gewälzt und Gespräche mit Experten aus ganz unterschiedlichen Bereichen geführt.
Die wichtigste Recherchequelle ist für mich aber meine historische Gruppe, das Regiment Johann Wolf. Dort betreiben wir eine Art experimentelle Geschichtsforschung. Wir rekonstruieren Waffen, Ausrüstung und Kleidung nach historischen Vorlagen oder archäologischen Funden und arbeiten dabei auch mit Museen und Historikern zusammen.
Vor allem aber versuchen wir, das Leben dieser Zeit praktisch nachzuvollziehen. Wie fühlt sich eine schwere Muskete nach Stunden an? Wie riecht Schwarzpulver? Wie bewegt man sich mit dieser Ausrüstung? Wie fühlt sich ein Söldner in der Schlacht? Solche Dinge findet man oft in keinem Fachbuch.
Genau dort lerne ich Dinge, die meine Geschichte lebendig machen. Nicht nur theoretisch, sondern auch emotional. Ich möchte, dass der Leser die Zeit nicht wie ein Geschichtskapitel erlebt, sondern das Gefühl hat, mitten darin zu stehen.
Und ja – in „Tinte und Schwert“ spielen viele reale historische Persönlichkeiten mit. In Band 1 spielt Graf Ernst von Mansfeld eine zentrale Rolle, ab Band 2 tritt zusätzlich die wohl berühmteste Figur des Dreißigjährigen Krieges auf: Albrecht von Wallenstein.
Auf diese Persönlichkeiten bin ich ganz klassisch durch die Recherche gestoßen. Sie spielten genau in der Zeit, in der „Tinte und Schwert“ handelt. Sie waren an den historischen Ereignissen beteiligt, die ich im Roman aufgreife.
Daneben tauchen viele weitere historische Persönlichkeiten auf – manche mit größeren Rollen, andere nur am Rand oder in kurzen Erwähnungen.
Damit die Leser den Überblick behalten, findet sich am Ende der Bücher auch eine Übersicht über die historischen Persönlichkeiten, die in „Tinte und Schwert“ vorkommen.
* Und warum gerade die Zeit des 30jährigen Krieges? Das war ja wirklich eine grausame Zeit, eine Zeit in der wohl kaum jemand von uns gelebt haben möchte.
Matthias Soeder
Genau deshalb interessiert mich diese Zeit so sehr. Der Dreißigjährige Krieg war vermutlich eine der schlimmsten Katastrophen der deutschen Geschichte. Hunger, Seuchen, religiöser Hass, Folter, Gewalt, zerstörte Dörfer, entwurzelte Menschen – viele Regionen wurden über Jahrzehnte hinweg regelrecht verwüstet.
Natürlich würde heute wohl niemand freiwillig in dieser Zeit leben wollen.
Aber gerade diese Extreme machen die Epoche literarisch so spannend. Wenn Menschen permanent mit Angst, Verlust und Gewalt konfrontiert sind, zeigen sie ihren wahren Charakter. Manche zerbrechen daran, andere wachsen über sich hinaus. Genau solche Konflikte interessieren mich beim Schreiben.
Zudem lebe ich in Unterfranken – auf historisch gesehen ziemlich blutigem Boden. Die Bistümer Würzburg und Bamberg gehörten vor etwa 400 Jahren zu den Epizentren der Hexenverfolgungen. Und wenn man darüber nachdenkt, sind 400 Jahre eigentlich gar keine so lange Zeit. Mit meinen 64 Jahren decke ich selbst schon rund 16 Prozent dieser Zeitspanne ab. Das macht Geschichte plötzlich deutlich greifbarer.
Hinzu kommt, dass der Dreißigjährige Krieg heute vielen zwar vom Namen her bekannt ist, aber emotional oft sehr weit weg wirkt. In der Schule wird er häufig auf Jahreszahlen, Schlachten und politische Bündnisse reduziert. Mich interessiert dagegen die Perspektive der normalen Menschen. Wie hat sich das angefühlt? Wie lebt man weiter, wenn jeden Tag alles zusammenbrechen kann?
Außerdem finde ich erschreckend, wie aktuell manche Themen geblieben sind: religiöser Fanatismus, Propaganda, Machtpolitik, Radikalisierung, Flucht und gesellschaftliche Spaltung. Man merkt beim Schreiben oft, dass sich die Menschen in 400 Jahren technologisch massiv verändert haben – emotional aber fast gar nicht.
Ich wollte keine romantisierte Rittergeschichte schreiben, sondern eine harte, unmittelbare und möglichst glaubwürdige Welt zeigen. Nicht um Gewalt zu feiern, sondern um spürbar zu machen, was Krieg mit Menschen macht.
* Im Oktober soll ja der zweite Teil herauskommen, und es soll sogar eine Triologie werden, also bist du im Augenblick wahrscheinlich im Schreibprozess. Bist du denn eigentlich noch in der Lage, im Hier und Jetzt zu leben (lach ...), oder träumst du vielleicht sogar schon vom 17. Jahrhundert?
Matthias Soeder
Ich hoffe doch sehr, im Hier und Jetzt zu leben – meistens zumindest. Aber tatsächlich begleitet mich die Geschichte fast permanent im Kopf. Oft sitze ich gar nicht aktiv am Schreibtisch und denke trotzdem über Szenen, Dialoge oder historische Abläufe nach. Manchmal wache ich nachts auf, weil mir plötzlich eine Idee kommt oder weil ich merke, dass irgendwo in der Handlung etwas noch nicht funktioniert.
Wenn man so tief in eine Romanwelt eintaucht, verschwimmen die Grenzen tatsächlich gelegentlich ein wenig. Gerade beim Dreißigjährigen Krieg passiert es schnell, dass man anfängt, Orte oder Landschaften mit anderen Augen zu sehen. Ich stelle mir dann vor, was hier vor 400 Jahren passiert ist.
Und ja – das Schreiben einer solchen Reihe fordert auch Opfer. Viele Dinge, die ich eigentlich liebe, stelle ich momentan zurück. Sport zum Beispiel, Motorradfahren, Unternehmungen mit meiner Frau oder auch soziale Kontakte. Das alles leidet phasenweise darunter, weil ich sehr intensiv an der Geschichte arbeite.
So ein Projekt besteht eben nicht nur aus „ein bisschen Schreiben“. Man lebt über Jahre mit diesen Figuren und Konflikten. Gerade jetzt, mitten in der Arbeit an der Trilogie, nimmt „Tinte und Schwert“ einen großen Teil meines Lebens ein.
Aber genau das ist wahrscheinlich auch nötig. Ich glaube, man kann keine emotional funktionierende Geschichte schreiben, wenn man nicht selbst tief darin steckt.
* Aber mal weg von dieser Zeit. Welche Genres hatten es dir vorher angetan? Und gibt es für dich ein Lieblingsgenre, hast du ein Lieblingsbuch, das du geschrieben hast?
Matthias Soeder
Vor „Tinte und Schwert“ war ich ganz klar im Thriller zuhause – und das fasziniert mich bis heute. Mich reizen vor allem Spannung, Gefahr, Aufregung, moralische Konflikte und Situationen, aus denen es scheinbar keinen Ausweg mehr gibt. Genau solche Momente liebe ich beim Schreiben.
Mein erster Thriller „Herzschlag der Gewalt“ enthält viele autobiographische Elemente. Die Hauptfigur ist ein Frachtpilot – ein Beruf, den ich selbst fast dreißig Jahre lang ausgeübt habe. Dadurch konnte ich viele Dinge sehr authentisch schildern: das Reisen rund um die Welt, die Atmosphäre im Cockpit, den Alltag eines Piloten, aber auch das Gefühl von Abenteuer und Freiheit.
Grundsätzlich mag ich Geschichten, in denen Figuren unter Druck geraten und Entscheidungen treffen müssen, die alles verändern können. Wahrscheinlich zieht es mich deshalb immer wieder zum Thriller hin – selbst bei „Tinte und Schwert“. Denn trotz aller historischen Recherche steckt auch dort im Kern ein Thriller.
Mein Lieblingsbuch ist „Tinte und Schwert“. Ich denke, es geht jedem Autor so, dass er in seinem aktuellen Werk verliebt ist. In „Tinte und Schwert“ bringe ich alles zusammen, was mich begeistert: Spannung, menschliche Abgründe, historische Recherche, Action, moralische Fragen und meine Faszination für die Frühe Neuzeit.
Ich habe beim Schreiben oft das Gefühl, dass genau dieses Projekt all die Erfahrungen und Interessen meines bisherigen Lebens miteinander verbindet.
* Und wie kommst du auf die Ideen für eine neue Geschichte?
Matthias Soeder
Ich hatte schon immer eine sehr lebhafte Fantasie. Geschichten, Szenen oder ganze Konflikte entstehen bei mir oft automatisch im Kopf. Manchmal reicht ein Gespräch, ein historischer Bericht, ein Ort oder einfach nur ein einzelner Gedanke – und plötzlich beginnt sich daraus eine Geschichte zu entwickeln.
Bei „Tinte und Schwert“ ging das erstaunlich schnell. Ich lag auf dem Sofa, dachte über den Dreißigjährigen Krieg nach und fünf Minuten später stand die Grundidee. Natürlich nicht die Details, aber die zentrale Richtung, die Stimmung und der Kern der Geschichte waren sofort da.
Die eigentliche Arbeit beginnt allerdings erst danach. Es geht darum, Figuren zu entwickeln, Konflikte aufzubauen, historische Hintergründe zu prüfen und aus der ersten Idee eine Geschichte zu machen, die über viele hundert Seiten trägt.
Oft entstehen neue Ideen auch aus Fragen. Was passiert mit einem jungen Menschen, wenn er in eine völlig zerstörte Welt gerät? Wie verändert Krieg einen Charakter? Wann ist ein Mensch feige, wann mutig? Auch moralische Fragen tauchten plötzlich auf: Darf man töten, wenn das Gesetz schweigt, das Gewissen aber schreit? Darf man morden, um Morde zu verhindern? Solche Fragen treiben mich beim Schreiben an und entwickeln die Geschichte.
* Wenn die Schriftstellerei dein Erwerb ist, liest du auch privat? Und wenn ja, welche Bücher, welche Genres haben es dir angetan?
Matthias Soeder
Vorweg: Die Schriftstellerei ist nicht mein Erwerb, sondern mein Hobby – wenn auch inzwischen ein ziemlich intensives. Und ehrlich gesagt bin ich froh, nicht finanziell davon abhängig zu sein. Das gibt mir die Freiheit, genau die Geschichten zu schreiben, die ich wirklich erzählen möchte, ohne ständig auf Trends oder Marktvorgaben schielen zu müssen.
Wenn ich Zeit dafür finde, lese ich sehr gerne. Allerdings hat das in den letzten drei Jahren deutlich nachgelassen, weil mich mein eigenes Projekt „Tinte und Schwert“ gedanklich sehr stark beschäftigt. Oft stecke ich dann lieber selbst mitten in der Recherche oder im Schreiben, statt abends noch zu einem Roman zu greifen. Eines meiner vielen Fachbücher liegt immer auf dem Nachtisch.
Meine Lieblingsgenres sind ganz klar Thriller und Histothriller. Ich mag Geschichten mit Tempo, Spannung, Geheimnissen und großen Konflikten. Autoren wie Ken Follett oder Dan Brown haben mich dabei natürlich geprägt.
Besonders faszinieren mich Bücher, die Spannung mit historischem Hintergrund verbinden und den Leser gleichzeitig unterhalten und zum Nachdenken bringen. Genau das versuche ich auch selbst mit „Tinte und Schwert“ zu erreichen.
* Auf deiner Homepage [https://www.matthias-soeder.de] kann man lesen, dass du deine erste Leidenschaft das Fliegen, hinter dir gelassen hast und jetzt deine zweite das Schreiben lebst. Was kommt als Nächstes, oder kannst du dir vorstellen, dass das Schreiben auch deine "letzte" Leidenschaft sein wird?
Matthias Soeder
Ehrlich gesagt kann ich mir im Moment kaum vorstellen, was da noch kommen soll.
Das Fliegen war über Jahrzehnte meine große Leidenschaft. Fast dreißig Jahre Cockpit prägen einen Menschen ziemlich stark. Und ich hätte damals nie gedacht, dass irgendwann etwas anderes ähnlich viel Raum in meinem Leben einnehmen könnte.
Dann kam das Schreiben – und das hat mich komplett erwischt.
Im Gegensatz zum Fliegen wird man beim Schreiben aber nie wirklich fertig. Es gibt immer neue Ideen, neue Figuren, neue Geschichten und neue historische Themen, in die man eintauchen kann. Deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass mich das Schreiben bis zum Ende begleiten wird.
Wobei … wenn ich auf meinen bisherigen Lebensweg zurückblicke, sollte ich vielleicht vorsichtig mit solchen Aussagen sein. Sonst sitze ich mit 75 plötzlich auf einem Segelboot und umreise die Welt oder züchte Alpakas in Unterfranken. Ausschließen würde ich inzwischen gar nichts mehr.
* Wie wichtig sind für dich Blogger und Bloggerinnen und wie verhält es sich mit Rezensionen?
Matthias Soeder
Die Zusammenarbeit mit Blogger und Bloggerinnen sehe ich als eine Art Symbiose. Autoren und Buchblogger ergänzen sich. Beide leben von Geschichten und beide profitieren voneinander. Blogger entdecken neue Bücher, begleiten Projekte oft über Jahre hinweg und schaffen Nähe zwischen Autoren und Lesern. Gleichzeitig helfen sie uns Autoren enorm dabei, Reichweite aufzubauen und überhaupt wahrgenommen zu werden.
Was ich besonders schätze: Blogger lesen oft viel genauer und persönlicher als der durchschnittliche Leser. Da entstehen Gespräche über Figuren, Entscheidungen oder historische Hintergründe, die sehr spannend sein können.
Und natürlich sind Rezensionen für uns Autoren immer wertvoll – nicht nur wegen der Sichtbarkeit oder wegen Algorithmen im Onlinehandel, sondern auch emotional. Schreiben ist etwas sehr Persönliches. Man verbringt Monate oder Jahre mit einer Geschichte. Deshalb freut man sich, wenn Leser sich die Zeit nehmen, ihre Gedanken dazu aufzuschreiben.
Besonders schön finde ich Rezensionen, bei denen man merkt, dass jemand wirklich in die Geschichte eingetaucht ist. Selbst kritische Rezensionen können interessant sein, solange sie fair und ehrlich bleiben. Am Ende zeigt jede ernstgemeinte Rezension, dass sich jemand intensiv mit dem Buch beschäftigt hat – und das bedeutet einem Autor viel.
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Vielen Dank lieber Matthias für die Einblicke in deine Arbeit und auch die damalige Zeit. Erst nachdem ich die Fragen an dich erarbeitet hatte, habe ich in deinen Podcast hineingehört und musste oft grinsen, weil ihr darin viele der Fragen erörtert, die ich mir selbst durch den Kopf gingen, und die ich dir dann hier gestellt habe. Aber natürlich geht es in den Folgen des Podcasts noch viel weiter, z. B. stellt ihr euch den Fragen nach dem Münzchaos, den Fragen nach unterschiedlichen Kalendern und unter anderem auch zu unterschiedlichen Maßen (Gewichten, Längen usw.).
Du hast das Buch gelesen? Du kannst nicht bis zur nächsten Folge warten, du möchtest mehr über den Beginn des 17. Jahrhunderts wissen, als der Kontinent in Flammen stand, dann ist vielleicht der Podcast "Hexen, Teufel und Kanonen" genau das richtige für dich. Hör rein und erfahre mehr über diese Zeit, die sicherlich eine der dunkelsten unseres Kontinents gewesen ist.
Und auch dieser Artikel über den 30jährigen Krieg könnte interessant sein.
Band 2 der Triologie "Verzweiflung" erscheint im Oktober 2026 und ist schon jetzt vorbestellbar. Klicke auf das Cover und verpasse nichts.
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